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Stressmanagement im Advent: Das UNISON Burnout-Prävention Programm (Teil 3: Stressoren)

8

Dezember

UNISON_meinklang-Blog_Das UNISON Burnout-Prävention Programm

Der Begriff  „Stress“ ist in aller Munde, und doch könnten die wenigsten wohl auf Anhieb sagen, was das eigentlich ist. Wir könnten allenfalls unser persönliches Stresserleben beschreiben, also etwa, dass wir unter Stress oft schlecht schlafen, viele Gedanken in unserem Kopf kreisen, uns unter Druck, hektisch und nervös fühlen oder einen verspannt-schmerzenden Nacken haben. Doch das ist nur ein Drittel der Wahrheit.

Persönliche Stressreaktion auf der Ebene von Körper, Nervensystem, Geist und Seele

Der Stressforscher Prof. Gert Kaluza spricht davon, dass Stress immer aus drei Teilen besteht – der sogenannten „Stresstrias“. Da ist zunächst die Stressreaktion – unsere ganz persönliche Antwort auf den Stress, mit der wir auf den Ebenen von Körper/sensorisch, Nervensystem/neurologisch-endokrin, Geist/mental und Seele/emotional auf Belastungen reagieren. In seinem Buch „Gelassen und sicher im Stress“ bittet er den Leser, für einen Moment innezuhalten, um über sein ganz persönliches Stresserleben in der letzten Zeit nachzudenken. Und dann den Satz zu ergänzen: Wenn ich im Stress bin, dann…

Stressoren

Ein zweiter Aspekt von Stress ist das, was uns in Stress versetzt, und auch das kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. In der Stressforschung sind das die sogenannten Stressoren. Sie können sich selbst auf die Spur kommen, indem Sie wieder einen Moment innehalten und sich fragen: Wann gerate ich unter Stress? Ist es für mich Multitasking, das mich stresst oder Kritik von außen? Sind es ungeplante Ereignisse, die „alles durcheinanderbringen“ oder Zeitdruck? Sind es ungelöste Konflikte in meinem Umfeld oder der Leistungsdruck auf der Arbeit?

Unsere Bewertung entscheidet

Nach Ansicht vieler Autoren sind die sogenannten äußeren Stressoren jedoch gar nicht das Entscheidende. Im bekannten „transaktionalen  Stressmodell nach Lazarus“ erfolgt nach der Begegnung mit einer belastenden Situation eine pfeilschnelle unbewusste Bewertung, in der wir den Stressor als positiv oder irrelevant oder gefährlich einordnen. Nur die dritte Art von Bewertung kann zu dem führen, was wir landläufig als Stress bezeichnen. Im ersten Fall erleben wir sogenannten Eustress, also positiven Stress, der sogar sehr anregend für das System sein kann. Im zweiten Fall registrieren wir den Reiz überhaupt nicht als persönlichen Stressor.

Wenn nun ein Stressor von unserem Unterbewusstsein als gefährlich bewertet wurde, kommt es nach Lazarus zu einer zweiten Bewertung: Habe ich ausreichende Ressourcen, um die Situation zu bewältigen oder nicht? Im ersten Fall sprechen wir von einer gelungenen Stressbewältigung (Coping), und nur im zweiten Fall geraten wir wirklich „in Stress“ auf die negative Weise, in der wir von Stress sprechen. Aus diesem Grund ist das Achtsamkeitstraining so ein hervorragendes Mittel zur Stressreduktion – wir werden mit zunehmender Übung unserer inneren Bewertungen von Stressoren zunehmend gewahr und können Fehlbewertungen gegebenenfalls korrigieren. Weiterhin läßt sich aus diesem Modell ersehen, warum ein Ressourcentraining, so wichtig für die Stressreduktion ist: verfüge ich über ein Bewusstsein dessen, was mir innerlich und äußerlich an Hilfreichem zur Verfügung steht, gerate ich nicht so leicht unter Stress.

Persönliche Stressverstärker

Neben unserer persönlichen Reaktionen auf bestimmte Stressoren gibt es also noch einen dritten Aspekt von Stress:  die persönlichen Stressverstärker. Das betrifft unsere individuellen Motive, Einstellungen und Haltungen, mit denen wir belastenden Situationen begegnen und die darüber (mit-)entscheiden, ob wir etwas als „Stress“ empfinden oder bestenfalls als eine spannende Herausforderung.  Wenn ich also sehr hohe Ansprüche an mich habe, oder es immer allen recht machen will oder kein selbstfürsorgliches Verhalten praktiziere und mich immer hintenan stelle,  setzte ich mich selbst unter Stress.

 Stressmanagement auf drei Ebenen

Erst diese drei Dinge zusammen – also äußere Stressoren, persönliche Stressverstärker und individuelle Stressreaktion – lösen ein Stressgeschehen auf den unterschiedlichen Ebenen von Körper, Nervensystem, Geist und Seele aus. Die gute Nachricht daran ist, dass wir laut Prof. Kaluza bei jedem Punkt der Stresstrias anknüpfen können, um Stress zu reduzieren bzw. ganz zu eliminieren:

  • Um äußere Stressoren zu reduzieren, können wir den Alltag stressfreier gestalten.
  • Um persönliche Stressverstärker zu minimieren, können wir förderliche Einstellungen und Bewertungen entwickeln.
  • Um unsere individuelle Stressreaktion zu eliminieren, können wir lernen, uns zu entspannen und zu erhohlen.

Ich unterstütze Sie gerne in individueller Stressberatung und Burnout-Prävention dabei, ihre äußeren Stressoren und persönliche Stressverstärker zu identifizieren und gemeinsam mit Ihnen einen auf  Sie zugeschnittenen Balance-Plan zu erarbeiten. Rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir eine Mail.

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