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Stressmanagement im Advent: Das UNISON Burnout-Prävention Programm (Teil 2: Selbstfürsorge)

4

Dezember

UNISON_meinklang-Blog_Das UNISON Burnout-Prävention Programm

Am Ende des letzten Artikels hatte ich Sie ermutigt, die Burnout-Prävention Strategien, die  ich Ihnen in den nächsten Tagen und Wochen vorschlagen werde, auf Ihre ganz eigene Art und Weise umzusetzen und dabei auf sich selbst zu hören. Ich hätte auch schreiben können:  Seien Sie eine Expertin oder ein Experte in Ihrer eigenen Sache! Ich kann Ihnen viel Wissen und Erfahrung liefern, aber Sie sind letztlich der einzige Mensch, der darüber zu entscheiden vermag, was wann für Sie gut ist. Das ist die eine Seite der Medaille.

Wir haben es verlernt, gut für uns zu sorgen!

Die andere ist, dass wir in chronischer Stressbelastung und Erschöpfung erst wieder all die Dinge EINÜBEN müssen, die uns eigentlich instinktuell in die Wiege gelegt sind: Pause zu machen, wenn wir eine brauchen, zu essen und zu trinken, wenn wir hungrig und durstig sind, wohltuende Zeit in Gemeinschaft zu verbringen, unseren Körper ausreichend zu bewegen, zwischendurch auch mal „nichts“ zu tun, abends in einen erholsamen Schlaf zu fallen und darin auch bis zum Morgen zu verbleiben.  Das alles haben wir unter den dauerhaft erhöhten Anforderungen unseres Arbeits- und Privatlebens VERLERNT und müssen es darum wieder üben. Und Übung braucht Zeit, Geduld und ein gewisses Maß an Regelmäßigkeit – sprich: Disziplin.

Selbstfürsorgedisziplin: den liebevoll-sorgenden Umgang mit sich selbst systematisch (wieder) zu erlernen

Ich spreche gerne von Selbstfürsorgedisziplin, denn dieses Wort vereint einerseits den liebevoll-sorgenden Umgang mit sich selbst, andererseits die Notwendigkeit, diesen systematisch (wieder) zu erlernen. Manchen Menschen ist die Gewohnheit dieses guten Umgangs mit sich in den widrigen Umständen Ihres Lebens schlicht abhanden gekommen, andere haben sie nie gelernt.

Die Fähigkeit zur Selbstfürsorge beruht auf wohlwollend-zugewandten Erfahrungen in den prägenden Beziehungen meines Lebens – vor allem die Beziehung als Kleinkind zur Mutter ist hier von großer Bedeutung. Was immer wir an Beziehungsqualität in den ersten Lebensmonaten erlebt haben, wird im Körpergedächtnis abgelegt und als „gute Mutter“ verinnerlicht… „als friedlich summende Beruhigerin, wenn der Bauch zwickt, als „In-den-Schlaf-Schauklerin“, wenn alles wieder so verwirrend und aufregend ist“, wie es der Arzt und Psychotherapeut Jochen Peichl in seinem Buch „Jedes Ich ist viele Teile“ beschreibt.

Fehlt diese frühe Fürsorgeerfahrung – z.B. aufgrund von Verlassenheitserfahrungen als Baby – entwickelt der Säugling kein sicheres Gefühl für sich selbst. Er hat aufgrund der Umstände keine oder nur eine mangelhafte Vorstellung vom anderen als sicherem Begleiter, die er in Zeiten des (späteren) Alleinseins zur Selbstfürsorge und Selbstberuhigung nutzen kann. 

Es ist nie zu spät, sich selbst gut zu beeltern!

Wenn Sie also – aus welchem Grund auch immer – feststellen, dass es Ihnen schwer fällt, gut für sich selbst zu sorgen, dann treffen Sie ganz bewusst eine Entscheidung, das von nun an zu tun. Es ist nie zu spät, sich selber ein liebevolles Gegenüber zu sein – egal, ob Sie ein solches in Ihrer Kindheit ganz, nur teilweise oder so gut wie gar nicht hatten! Den Teilnehmern meiner Achtsamkeitsgruppen schlage ich immer vor, mit sich selbst für die vierwöchige Dauer der Gruppe eine Art „Vertrag“ oder eine „Selbstverpflichtung“ abzuschließen, in der sie sich selbst versprechen, in den nächsten vier Wochen gut für sich zu sorgen und sich jeden Tag eine Stunde des Tages zur Durchführung der Achtsamkeitsübungen zu schenken.

Schließen Sie mit sich einen Selbstfürsorgevertrag ab!

Wenn Ihnen erstmal bewusst ist, dass Sie auf dem Weg des „Ausbrennens“ sind, möchte ich Ihnen vorschlagen, mit sich einen „Selbstfürsorgevertrag“ abzuschließen. Er könnte etwa zum Inhalt haben, bestimmte Akut- und Regulationsstrategien eines Burnout-Programms täglich umzusetzen und sich bei Bedarf die nötige Hilfe und Unterstützung dazu zu holen. Letzteres insbesondere dann, wenn Sie merken, dass Sie

  • länger als sonst durchhängen und erschöpft sind
  • diesen Durchhänger „anders“ erleben als früher
  • vor allem: wenn Erholungsversuche nicht mehr greifen!

Spätestens dann empfehle ich Ihnen dringend, in Ihre Eigenkompetenz zu gehen und  Selbstverantwortung zu übernehmen – es wird niemanden geben außer Ihnen selbst, der für sie nun gut sorgen kann. Gerne kann ich Sie dabei in einer meiner Selbstfürsorgegruppen oder in  Psychosynthese-Einzelstunden unterstützen! 

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